Forschung

Archiv

Das Archiv des Saarlandmuseums beherbergt umfassende Bestände mit Dokumenten zur Geschichte des Museums und seiner Sammeltätigkeit seit 1924 sowie zu den einzelnen Kunstwerken und Künstlern. Hier werden Erwerbungsunterlagen, Dokumentationen von Ausstellungen und Schriftverkehr mit Künstler*innen und verschiedenen Institutionen aufbewahrt, aber auch wichtige Zeugnisse der Geschichte des Saargebiets.

Seit 1997 befindet sich auch der Nachlass des bedeutenden saarländischen Künstlers Fritz Zolnhofer im Archiv des Saarlandmuseums.

Der bedeutendste Bestand im Archiv des Saarlandmuseums ist das umfangreiche Konvolut der Sammlung Kohl-Weigand. Über mehrere Jahrzehnte hat Franz Josef Kohl-Weigand alles zusammengetragen, was ihm an Informationen und Dokumenten zu Leben und Werk der in seiner Kunstsammlung vertretenen Künstler*innen zugänglich war. Hier finden sich wichtige Hinweise auf die Entstehungsumstände und Besitzer von Werken Max Slevogts, Albert Weisgerbers und Hans Purrmanns, aber auch viele biografische Details.

Von besonderem Interesse ist eine Sammlung von Autografen dieser Künstler*innen, denn sie bringen uns deren Persönlichkeit auf besondere Weise nahe. So gehören die Briefe Albert Weisgerbers an seine Familie und Freunde zu den wenigen Selbstzeugnissen des Malers. Besonders reich ist der Bestand an eigenhändigen Briefen von Max Slevogt, die 2018 in einer Publikation herausgegeben wurden.

Seit 2022 ist die Stiftung Saarländischer Kulturbesitz Mitglied des Slevogt-Forschungszentrums.

Provenienz

Die Provenienzforschung beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Erforschung der Herkunftsgeschichte von Kunstgegenständen und Kulturgütern. Für eine öffentliche Einrichtung wie das Saarlandmuseum ist hierbei die „Washingtoner Erklärung“ aus dem Jahr 1998 von besonderer Bedeutung. In dieser auch von der Bunderepublik Deutschland unterzeichneten Erklärung verpflichten sich die Staaten und Organisationen aus moralischen Gründen gezielt nach Kunstwerken zu suchen, die in der Zeit des Nationalsozialismus den meist jüdischen Eigentümern unrechtmäßig entzogen wurden. Falls solche Werke identifiziert werden können, soll nach Möglichkeit eine faire und gerechte Lösung mit den rechtmäßigen Eigentümern und Erben angestrebt werden.

Dank der Unterstützung durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste konnte das Saarlandmuseum seit Juni 2015 die systematische Erforschung der Eigentumsgeschichte seiner Bestände in Angriff nehmen. Bis zum Dezember 2018 wurde in einem ersten Forschungsprojekt die Herkunft der Gemälde der Modernen Galerie untersucht, die vor 1945 entstanden sind. Dabei haben sich in zwei Fällen Hinweise auf einen NS-verfolgungsbedingten Entzug ergeben. Dementsprechend wurden die Restitutionsverfahren eingeleitet.

Einblick in die Forschungsergebnisse gibt unsere permanente Ausstellung „Bilder/Schicksale. Provenienzforschung im Saarlandmuseum“, sowie die gleichnamige Publikation dazu.

Im Laufe dieses Forschungsprojektes konnte zudem ermittelt werden, dass auch 21 Grafiken eine problematische Provenienz aufweisen. Daher wurde im November 2019, wiederum mit Unterstützung des Deutschen Zentrums Kulturgutverlusteein neues Forschungsprojekt begonnen, das sich der Klärung der Herkunft von etwa 1100 Zeichnungen der Künstler Max Slevogt, Ernst-Ludwig Kirchner, Max Pechstein, Erich Heckel und Albert Weisgerber widmet.

Kontakt:
Dr. Eva Wolf
e.wolf(at)saarlandmuseum.de
+ 49 (0)681.9964-211