Albert Weisgerber (1878-1915). Retrospektive

21/03-05/07/2015

 

Am 10. Mai 2015 jährt sich zum 100. Mal der Todestag von Albert Weisgerber, einem bedeutenden Vertreter der Münchner Moderne, dessen Geburtsort St. Ingbert heute im Saarland liegt. Aus diesem Anlass widmet das Saarlandmuseum in Kooperation mit der Albert-Weisgerber-Stiftung St. Ingbert dem Künstler eine umfassende Retrospektive. Sein früher Tod auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs schnitt das Schaffen einer Künstlerpersönlichkeit ab, die im Spannungsfeld der Avantgarden zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine kompromisslose und eigenständige Position behauptet hat. Im Dialog und in der fruchtbaren Auseinandersetzung mit den progressivsten Kräften insbesondere des Münchner Kunstkreises entwickelte Weisgerber in wenigen Jahren ein Œuvre, dessen außerordentlichen Rang und dessen Bedeutung innerhalb der europäischen Kunstgeschichte es (wieder) zu entdecken und zu würdigen gilt.  

Anhand ausgewählter Gemälde, Studien und Zeichnungen ermöglicht die Ausstellung einen neuen Blick auf die Kunst Albert Weisgerbers. Die Basis dafür bilden die umfangreichen Sammlungsbestände des Saarlandmuseums und der Albert-Weisgerber-Stiftung. Sie werden ergänzt durch Schlüsselwerke aus renommierten Museen in ganz Deutschland.
 
Mit rund 140 Exponaten ist die Ausstellung die umfangreichste Werkschau Weisgerbers seit Jahrzehnten. Sie wird von einem Katalog und einem vielfältigen Rahmenprogramm in Saarbrücken und St. Ingbert begleitet.

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Ministers für Finanzen und Europa, Stephan Toscani.

Ausstellung
  • Selbstbildnis am Attersee, 1911, Albert-Weisgerber-Stiftung St. Ingbert

Albert Weisgerber (1878 - 1915)

Albert Weisgerber (1878-1915). Retrospektive
Moderne Galerie, 21. März – 5. Juli 2015

Albert Weisgerber gilt als einer der führenden Künstler der Münchner Avantgarde zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Sein Beitrag zur Entwicklung der Klassischen Moderne in Deutschland ist ebenso vielschichtig wie subtil. Anders als bei vielen progressiven Künstlern seiner Generation bleiben in seinem Schaffen die formalen Mittel dem Inhalt untergeordnet und werden nicht zum revolutionären Selbstzweck – wie exemplarisch bei Futuristen, Expressionisten oder Kubisten zu beobachten. In dieser Hinsicht ein Einzelgänger, war Weisgerber gleichwohl von Künstlerkollegen hoch geschätzt, was sich etwa in seiner Wahl zum ersten Vorsitzenden der 1913 gegründeten „Neuen Münchner Secession“ spiegelt, in der so hochrangige Künstlerpersönlichkeiten wie Max Beckmann, Alexej von Jawlensky, Paul Klee oder Max Pechstein zusammenfanden.

Während seiner kurzen Schaffenszeit hat Albert Weisgerber ein vielgestaltiges und an Themen reiches Œuvre geschaffen, in dessen Mittelpunkt leitmotivisch die Frage nach den Bedingungen menschlichen Seins steht. Den oft sehr persönlich formulierten künstlerischen Bildfindungen nähert er sich tastend, verschiedene Möglichkeiten erprobend, auf der Suche nach einer neuen und adäquaten Ausdrucksform. So entstehen im Rahmen langjährig verfolgter Themenbereiche oft mehrere Fassungen bestimmter Sujets. 

Albert Weisgerber in St. Ingbert

Der wohl bedeutendste saarländische Maler der frühen Moderne wurde 1878 in St. Ingbert/Saar geboren und wuchs dort auf. In München, wo er studierte und seine ersten Erfolge feierte, hatte Weisgerber als Erster Präsident der „Neuen Münchner Secession“ schon bald eine Führungsposition innerhalb der Avantgarde eingenommen.

 Die Verbindungen zu seiner Heimatstadt, damals ein noch kleines, durch Kohle, Eisen und Glas geprägtes Industriestädtchen in der, hat der Maler dennoch nie abreißen lassen. Auf seinen Reisen zwischen den Kunstmetropolen München und Paris, wo er im Kreise der führenden Intellektuellen und Kunstschaffenden verkehrte, hat er immer wieder gerne in St. Ingbert Halt gemacht. Einige Bilder wie der Biergarten, Jahrmarkt oder die Prozession entstanden unweit des St. Ingberter Elternhauses.

Hier geht es zur Website der Albert-Weisgerber-Stiftung St. Ingbert.

 

 

  • Geburtshaus Weisgerbers in St.Ingbert
  • Albert Weisgerber im Garten der „Grünen Laterne“, um 1900, Archiv Saarlandmuseum
  • Im Biergarten (I), 1904, Albert-Weisgerber-Stiftung St. Ingbert
Besucherinfo

Albert Weisgerber (1878-1915)
Retrospektive/Rétrospective/Retrospective
21/03-5/07/2015
Saarlandmuseum, Moderne Galerie/Galerie d’art moderne/Modern Gallery

Bismarckstraße 11-15
66111 Saarbrücken
Tel. +49(0)681.9964 234
service@saarlandmuseum.de
www.saarlandmuseum.de
www.facebook.com/Saarlandmuseum

Öffnungszeiten/Heures d’ouverture/Opening times:
Di-So/ma-dim/Tue-Sun 10-18 Uhr/h, Mi/mer/Wed 10-22 Uhr/h

Eintritt/Prix d’entrée/Admission: 5,00/3,00 EUR

Parken/Stationnement/Parking:
Theaterparkhaus, Schillerplatz und/et/and Parkhaus Talstraße 38-42.
 
Die Ausstellung wird von einem Katalog begleitet.
L’exposition est accompagnée d’un catalogue.
The exhibition is accompanied by a catalogue.

Bildergalerie