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… Lorenzetti, Perugino, Botticelli …

Italienische Meister aus dem Lindenau-Museum Altenburg


Das Saarlandmuseum – Alte Sammlung präsentiert über das Jahr 2020 Italienische Meister aus dem Lindenau-Museum Altenburg. Diese außergewöhnliche Sammlung, weltweit eine der größten und bedeutendsten zur italienischen Malerei des 13. bis 15. Jahrhunderts, wurde von dem Naturwissenschaftler, Politiker, Kunstliebhaber und Philanthropen Bernhard August von Lindenau im 19. Jahrhundert in seiner thüringischen Heimatstadt Altenburg zusammengetragen. Guido da Siena, Pietro Lorenzetti, Lippo Memmi, Fra Angelico, Filippo Lippi, Domenico Ghirlandaio, Sandro Botticelli, Pietro Perugino, Luca Signorelli,  Domenico Beccafumi… –  auf rund 40 große Künstlernamen lässt sich diese Aufzählung erweitern, die am Saarbrücker Schlossplatz seit Februar zu sehen ist. Anhand herausragender Beispiele der Tafelmalerei aus den bedeutenden Kunstzentren Italiens wie Florenz, Siena und Perugia wird die Entwicklung des Bildes vom späten Mittelalter zur Renaissance nachgezeichnet. Der strahlende Goldgrund, ein abstraktes Symbol der überirdischen Sphäre, wandelt sich in weite Landschaftsausblicke. Körper gewinnen Plastizität und Modellierung. Die Wiederentdeckung der Perspektive gibt Architekturen Raum und Tiefe. Vormals flache, statische Figuren „lernen laufen“. Bewegung, Geschichte, Emotion erobern den Bildgrund. Neben diesen bahnbrechenden künstlerischen Innovationen zeigt sich auch ein Wandel im Selbstverständnis des Menschen: dominieren bei den frühen Werken noch ausschließlich religiöse Themen in Demut gebietender Darstellung, wie Passionsszenen, Marienleben und Heilige, bevölkert im Umbruchsgeist der Renaissance der Mensch die Bildwelten als Teil der göttlichen Schöpfung, aber auch des weltlichen Lebens. Die Ausstellung umfasst insgesamt 65 Werke vom zierlichen privaten Andachtsbild über Predellentafeln und Altarbildwerke bis zum großformatigen Tondo im Prunkrahmen.

Durch die Corona-bedingte temporäre Schließung der saarländischen Landesmuseen ist es gegenwärtig leider nicht möglich, mit den prächtigen Originalen auf direkte Tuchfühlung zu gehen. Dennoch möchten wir Ihnen den Kunstgenuss alternativ auf digitalem Weg ermöglichen. Fühlen Sie sich herzlich eingeladen und ermuntert, die Stunden zu Hause zu nutzen und die Ausstellung über diese Sonder-Website zu entdecken. Neben allen in Saarbrücken gezeigten Werken im Einzelportrait haben wir Ihnen ein paar Blicke „hinter die Kulissen“ zusammengestellt, die normalerweise beim Museumsbesuch nicht zu sehen sind. Die Rubrik „Schon gewusst?“ gibt zusätzliche Infos zur Maltechnik dieser besonderen Kunstgattung und Wissenswertes zum Sammler und Museum. Unter „Impressionen“ können Sie sich durch die Räume klicken und sich schon einen Vorgeschmack holen zum realen Ausstellungsbesuch, sobald das Museum wieder öffnen kann. …Lorenzetti, Perugino, Botticelli… hat zum Glück eine lange Laufzeit, die Werke werden noch bis zum 15. November 2020 in Saarbrücken zu sehen sein, sodass hoffentlich noch viele Wochen des Live-Erlebens möglich werden. Bis dahin wünschen wir Ihnen viel Spaß beim Entdeckungsgang durch die Ausstellung auf diese ungewohnte Weise!

Wer gerne beim Schmökern gedrucktes Papier in Händen spürt, dem sei noch empfohlen: Zur Ausstellung ist auch ein Begleitbuch erschienen mit Texten von Stefan Heinlein, Roland Krischke und Thomas Martin zur italienischen Malerei, zum Sammler Lindenau und zur Kulturgeschichte im Florenz der Renaissance (128 Seiten, Hardcover, zahlreiche Farbabbildungen, zum Preis von 19,95 EUR). Dieses kann trotz der Schließung des Museums über die Bibliothek der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz (Tel. +49 (0)681.9964-0 / info(at)kulturbesitz.de) per Postversand bestellt werden – und noch viele weitere spannende Publikationen des Museums.

Hier gibt es außerdem zum Download ein Künstlerlexikon der ausgestellten italienischen Meister.

Et pour nos visiteurs francophones : les textes muraux en français.

Mit „… Lorenzetti, Perugino, Botticelli …“ in der Alten Sammlung des Saarlandmuseums eröffnete die Stiftung Saarländischer Kulturbesitz das Ausstellungsprogramm des Jahres 2020. Möglich wurde dies durch die enge und freundschaftliche Kooperation der Museen in Saarbrücken und Altenburg. Ergänzt wird die Altmeisterpräsentation durch einen Prolog zum Lindenau-Museum, einem der wichtigsten Kulturleuchttürme Ostdeutschlands, das ab 2020 seine mit 48 Mio. EUR durch die Bundesrepublik Deutschland und den Freistaat Thüringen geförderte Generalsanierung einläutet und dem Saarlandmuseum seine wertvollsten Schätze anvertraut. Wir sind dem Direktor Dr. Roland Krischke und dem Team des Lindenau-Museums Altenburg zu großem Dank verpflichtet für die wunderbare Zusammenarbeit, das kollegiale Vertrauen und die großzügigen Leihgaben. Auch für die vorbehaltslose Zustimmung, dieses Digital-Projekt kurzfristig umzusetzen, danken wir den Altenburger Kollegen sehr.

Großer Dank gebührt auch den Förderern, die durch ihre großzügige Unterstützung zur Realisierung der Ausstellung beigetragen haben: dem Ministerium für Bildung und des Saarlandes, der Gesellschaft zur Förderung des Saarländischen Kulturbesitzes e.V. und Saartoto, sowie zwei privaten Mäzeninnen, Frau Prof. Dr. Silvia Martin, Saarbrücken, und Frau Ibeth Biermann, Frankfurt am Main.

Viel Vergnügen an der Kunst und zahlreiche interessante Erkenntnisse und Entdeckungen in der Welt der italienischen Meister!

Ihr Team des Saarlandmuseums

In Kooperation mit dem Lindenau-Museum Altenburg.