Der Inschriftenfälscher von Nennig - Ein deutscher Archäologie-Krimi im 19. Jahrhundert
 
 
 
  • Inschriftenfälschungen von Nennig im Jahr 1866, Foto: Stiftung Saarländischer Kulturbesitz
    Inschriftenfälschungen von Nennig im Jahr 1866, Foto: Stiftung Saarländischer Kulturbesitz

Das Museum für Vor- und Frühgeschichte zu Gast im Deutschen Zeitungsmuseum: Eine kriminalistisch-archäologische Sonderpräsentation im Rahmen der Sonderausstellung „Von Gutenberg bis Trump“

1852 stieß ein Landwirt in dem kleinen Weinort Nennig im Moseltal auf ein Stück Mosaikboden aus bunten, leuchtenden Steinen mit der Darstellung eines Löwen. Er hatte die Eingangshalle einer luxuriösen, römischen Landvilla von gigantischen Dimensionen entdeckt. In Grabungen kam ein prachtvoller Mosaikteppich zum Vorschein – mit 160 qm Größe, zusammengesetzt aus über 3 Mio. Steinchen, eines der bedeutendsten Zeugnisse römischer Kunst nördlich der Alpen, dessen Realismus und Detailreichtum bis heute jedes Jahr tausende Besucher aus aller Welt zum Staunen bringt.

In den 1860er Jahren erlangte die Villa Nennig jedoch unrühmliche Bekanntheit durch einen Fälscher-Skandal, der deutschlandweit durch die Tagespresse ging. In Zentrum stand der illustre Fälscher Heinrich Schaeffer und die Frage der Echtheit kaiserlicher Inschriften, die einen Palast Trajans in Nennig belegen sollten – eine spannende Episode der Entdeckungsgeschichte der Villa mit Zeugenvernehmungen, im Laternenschein angefertigten Kunstfälschungen, mysteriösen Hammerschlägen bei Nacht und einer „Fake News-Fundmeldung“, die den Fälscher letztlich überführte.

nach oben